Philosophie

Andrea Conradi mit Dayko

 

Guten Tag, liebe Hundefreundin,
guten Tag, lieber Hundefreund,

 

schön, Sie hier anzutreffen! Nachfolgend möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über meine Ansichten als Hundetrainer oder eigentlich besser Teamtrainer geben. 

   

 

Der Weg zu mehr Individualität...

 

Kein Mensch, kein Hund ist wie der andere und keine Situation ist genau wie die andere. Je mehr die unterschiedlichen Bedürfnisse eines jeden Mensch-Hund-Teams im Fokus des Trainings stehen, umso erfolgreicher ist es. Das ist aber in der Praxis nicht selbstverständlich. Viel Wissensdurst, Leidenschaft und erst eine eigene fundierte Ausbildung brachten mich auf meiner Suche nach Trainingsinhalten, die ein Maximum an Individualität bieten, ein großes Stück weiter. Dementsprechend gilt für mich: Extrem-Varianten wie "Wattebausch" und "Kasernen-Drill" oder gar Patent-Rezepte und Pauschal-Aussagen sind tabu. Und Ausnahmen bestätigen situativ die Regel.
   

Die ganzheitliche Betrachtung...

 

Auf dem Weg zum eingespielten Mensch-Hund-Team ist die formale Erziehung nur einer der 6 Bausteine. Vielmehr spielt die Qualität der Mensch-Hund-Beziehung und der Stellenwert, den der Mensch hierbei einnimmt, eine zentrale Rolle für den Erfolg der Erziehung. Verhaltensbiologische Grundkenntnisse und das Verstehen wichtiger Elemente in der Kommunikation zwischen Zwei- und Vierbeiner sind die Basis für ein harmonisches Miteinander.  Das Wissen ermöglicht dem Menschen, den Welpen und Junghund so anzuleiten, dass er sich auch als erwachsener Hund bestmöglich in den Familienverband und seine Umwelt integrieren kann. Die Vermittlung dieser Inhalte ist mir daher sehr wichtig.

 

Prävention von unerwünschten Verhalten...

 

Egal ob Leine-Ziehen, Jagen, Dauerbellen, Zerstörungswut, Aggression gegen Artgenossen oder Menschen, etc. Sogenanntes Problemverhalten des Vierbeiners entsteht meist aus biologisch nachvollziehbaren Motiven, die das Überleben bzw. die Fortpflanzung des Hundes sichern. Missverständliche Kommunikation des Zweibeiners, durch die ein Verhalten unbewusst verstärkt oder sogar erst erlernt wird, kann jedoch dazu führen, dass anfänglich kleine Probleme zu großen Problemen werden. Leitet der Mensch seinem Schützling im Alltag nicht verlässlich an, überlässt er dem Hund wichtige Entscheidungen oder nimmt der Vierbeiner einen falschen Platz im Familienverband ein, kann das eine große Rolle für ein Problemverhalten spielen. Die Devise sollte möglichst lauten: Besser im Welpen- und Junghundalter gezielt präventiv gegensteuern, als unerwünschtes Verhalten später mühevoll um- oder abtrainieren.   

 

Aber keine Sorge: Hunde und ihre Menschen lernen ein Leben lang. Sie sind nie zu alt für ein maßgeschneidertes Training. Auch Defizite in der Sozialisation können durch individuelle Maßnahmen deutlich reduziert werden. 

 

Der goldene Mittelweg...

 

Als bereichernd empfinde ich es, mir aus den Ideen und Erkenntnissen namhafter Hunde-Experten meine persönlichen "Rosinen" heraus zu picken. Immer darauf bedacht, mich nicht auf den Weg der Extreme oder der Patent-Rezepte zu verirren. Vielmehr werden die Trainingselemente je nach Wesen, Charakter und Verhaltensmotivation individuell auf den Hund und auf seine Bezugsperson(en) abgestimmt. Das Analyse-Gespräch liefert hierzu erste wichtige Informationen.

 

Die oft propagierte moderne Erziehung über ausschließlich positive Verstärkung von erwünschten Verhalten und das Ignorieren unerwünschten Verhaltens kann je nach Hund und Situation Erfolg haben. Sie hat aber meist folgenden Nachteil: Ist die Ablenkung größer als der Reiz von Leckerli & Co., ist auch das Risiko groß, dass sich der Hund für die Ablenkung entscheidet. In einer gefährlichen Situation kann das verheerende Folgen haben. 

 

Der Hund muss nicht nur lernen, dass erwünschtes Verhalten Vorteile bringt, sondern auch, dass unerwünschtes Verhalten nachteilige Folgen hat.  Die unmittelbare Information von Richtig und Falsch und die schnelle Abfolge von Lob und Tadel bei richtigem Timing sind oft ausschlaggebend für den nachhaltigen Erfolg. Wobei jede Maßnahme sehr sensibel an Gemüt und Charakter jedes einzelnen Hundes angepasst werden muss. Meist spielt eine für den Hund klar verständliche laut- und  körpersprachliche Kommunikation durch den Hundeführer eine wichtige Rolle. Das kann z. B. das entschlossene aber ruhige Begrenzen und Kontrollieren seines Bewegungsraumes oder der Einsatz  von gut trainierten und daher verständlichen Stoppsignalen sein. Nach dem Motto: So viel positive Verstärkung wie möglich, so wenig Korrektur wie nötig. . 

 

Zweibeinige Leittiere haben die Aufgaben von guten Eltern, sie besitzen eine natürliche Autorität, sie sind fair und berechenbar. In der Ruhe liegt die Kraft! Frust, Wut, Aggression oder gar Gewalt und Gebrüll sind fehl am Platz! Vielmehr sollte der Mensch seinem Vierbeiner allzeit die nötige soziale Unterstützung bieten und rechtzeitig die richtigen Entscheidungen treffen, die für Ruhe und Sicherheit innerhalb und außerhalb der Gruppe sorgen. 

 

Der Hundeführer steht im Mittelpunkt...

 

Die Nachvollziehbarkeit und die Umsetzbarkeit jeder Übung für das jeweilige Mensch-Hund-Team empfinde ich als extrem wichtig. Nur wenn der Hundeführer mit Überzeugung dahinter steht, und das Empfohlene für den Hund auch glaubhaft und authentisch umsetzen kann, kommen alle Beteiligten zum Erfolg. Genauso machen Ratschläge wenig Sinn, die zwar ihre Berechtigung haben, aber nicht in den Alltag integrierbar sind.

Sie als Zweibeiner stehen somit im Fokus aller Handlungen, erst an zweiter Stelle Ihr Schützling. Warum? Der Hund ist der Spiegel seines Menschen! Der Vierbeiner zeigt das, was sein Mensch ihm vermittelt oder eben nicht vermittelt. Und hierzu zählt auch die Übertragung von Stimmung und Energie. Der Zweibeiner sollte die Fähigkeit besitzen, in schwierigen Situationen Ruhe zu bewahren und seinen Hund  zum Wohle aller Beteiligten anzuleiten. Zudem liegt es beim Hundeführer, die Zeit und die Motivation aufzubringen, das Erlernte im Alltag umzusetzen und vielleicht liebgewonnene Gewohnheiten über Bord zu werfen.

 

Mein Fazit...

 

Je mehr man über das komplexe Thema "Hunde verstehen" lernt, desto süchtiger wird man danach. In dem Fall ist es eine Sucht, die nicht krank, sondern vitaler macht, weil sie das Leben in vielen Facetten enorm bereichert.

 

Ich freue mich darauf, Sie und Ihren vierbeinigen Begleiter kennenzulernen.

 

Herzliche Grüße

Ihre

 

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