Hunde verstehen - Prägen & Lernen

Die erste sensible Phase

Was Welpe nicht lernt...


Zwischen der 4. und ca. 20. Woche durchlebt der Welpe die erste sensible Phase. Lernen findet zwar ein Leben lang statt, in der sensiblen Phase wird jedoch besonders ein-prägsam und nachhaltig gelernt. Versäumtes kann kaum oder nur mit großer Mühe nachgeholt werden. Oft ist es so, dass erst nach Abschluss der Reife mit 2 bis 3 Jahren, also nach der zweiten sensiblen Phase, das zum Ausdruck kommt, was im Welpenalter versäumt wurde. Zum Beispiel (angst-)aggressives Verhalten in bestimmten Situationen, ausgelöst durch latent vorhandene Unsicherheit.

 

Genetische Anlagen und das Lernen an der belebten und unbelebten Umwelt formen das Verhalten und das Wesen des Hundes. Neben der Hundemutter und den Wurfgeschwistern, dem Züchter und seine Umgebung, bestimmt also der Hundeführer und seine für den Welpen zugängliche Umgebung sowie sein Umgang mit dem Welpen das Verhalten und das Wesen seines später erwachsenen Hundes.

Das wohl dosierte Kennenlernen von unterschiedlichen Umweltreizen in den ersten 4 bis ca. 20 Lebenswochen des Welpen, sind für die Entwicklung seines Selbstbewusstseins besonders wichtig.

 

Fehlverhalten wird zudem vorgebeut, indem dem Welpen von Anfang an angemessene Grenzen gesetzt werden. Auch wenn es manchmal schwer fällt, dem kleinen Wollknäuel sollte nur das erlaubt werden, was er später auch als erwachsener Hund darf.

 

Umweltreize...


Das Kennenlernen von folgenden Umweltreizen, insbesondere bis zur 20. Woche, hilft Ihrem Welpen, sich zu einem selbstsicheren und sozialverträglichen Hund zu entwickeln.

  • Artgenossen verschiedener Rassen, Größen und Altersklassen.
    Der Besuch einer gut geführten Welpen-Gruppe ist hier sehr zu empfehlen. 
  • Fremde Tierarten: Katzen, Hasen, Ziegen, Pferde, Kühe, Wildtiere, Vögel etc.
  • Menschen möglichst unterschiedlichster Erscheinung: Kinder, Senioren, Hell- und Dunkelfarbige, Rollstuhlfahrer, Stock-, Hut-, Mantel-, Uniform-Träger, Behinderte etc.
  • Verschiedene Untergründe: wackelige, nasse, glatte, glänzende, Querstrukturen, Stufen, Gitter etc.
  • Bewegte und unbewegte Objekte: Windspiele, Müllsäcke, eigenartige Figuren und Statuen etc. 
  • Verschiedene akustische Reize: Staubsauger, Föhn, Rasenmäher, Straßenlärm, Schuss etc.
  • Verkehrsmittel als Beobachter und Mitfahrer: Straßenbahn, Bus, Auto, Bahn etc.
  • Menschenmengen: Fußgängerzonen, Kaufhäuser, Marktplätze, Baumarkt etc. 

 

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